›› Narrenschar amüsierte sich prächtig bei einem abwechslungsreichen Programm
Sitzungspräsident Magic Alex und seine Mannen des Elferrates schaukelten das Narrenschiff im Engelröder Dorfgemeinschaftshauses zielsicher durch die Wogen. Mit der peppigen Garde an der Seite wurde einem begeisterten Publikum ein lebendiges und buntes Programm serviert. Immer wieder mitreißend durchsetzt von phantasievollen musikalischen und tänzerischen Einlagen, schraubte sich das Stimmungsbarometer kontinuierlich nach oben.
Bereits beim Einstieg in den ersten Programmpunkt wurde auf besonders witzige Weise deutlich, in welcher Bandbreite das närrische Zepter im Ort weitergegeben wird: Quergestreift unter wippenden langen Mützen tanzten fröhliche Väter mit ihren Kindern ein Ballett. Drahtzieher der guten Laune war einmal mehr Magic Alex, der in seiner eigenen Art immer wieder auch eigene quirlige Einlagen einfließen ließ. Musikalisch kräftig unterstützt vom Sonnenberg-Duo, das die Stimmung ebenfalls antrieb. An einem waschechten und geduldigen männlichen Exemplar zeigte Maren Stertz die Schwachstellen des männlichen Geschlechts. Danach konnte eine Abordnung der Allmenröder Karnevalsvereinigung begrüßt werden.
Illuster in Folge die Raterunde mit Magic Alex mit empfindlichen Seitenhieben auf Ratespiele in den Medien - Ludwig und Berthold schlugen sich tapfer, das Publikum feierte den strahlenden Sieger. Barfuß mit wehendem Beduinenkopfputz klagte ein Eunuche bewegend sein Leid (Maximilian Caspar). Aus dem achten Stock breitbeinig auf einen Jägerzaun zu fallen, glücklich wer´s überlebt, wenn auch mit gewissen Folgen. Auf der Bühne wurde er abgelöst durch die Dirlammer Garde. In rot-weißem Outfit begeisterten die Damen die munter mitgehende Narrenschar.
Ortsgeschehen wurde gleich zwei Mal an diesem Abend aufgespießt. Zum einen nahmen zwei Bienchen mit wippenden und lang ausgestreckten Fühlern das Geschehen aufs Korn. Wohl kaum etwas, was Sabine Kreis und Sabine Schaaf entgangen war. Ob es die Eier aus einem Hühnerstall waren, die am Tag nach der Mucho-Gambo-Fete fehlten, oder eine illustre Männersitzung in der Haifischbar.
Ebenfalls im Doppelpack das männliche Pendant, das seine Beobachtungen des Dorfgeschehens Revue passieren ließ: Herr Seebach, leichtlebig aus Dirstein, und Herr Stauling, sittentreu aus Herblammen. Werner Staubach und Michael Seling warfen Schlaglichter auf das Geschehen.
In die Vollen trafen das Männerballett aus Dirlammen und das jugendliche Showballett aus Engelrod - der Applaus war dementsprechend mächtig. Pelzmütze, dickste Brillengläser, unaufhörlich zwirbelten und drehten die Finger den Rocksaum wie ein kleines Mädchen - so berichtete Anja Pouree aus ihrem Dasein. Vor allen Dingen die Schulzeit hinterließ prägende Erlebnisse. Anschließend ein weiteres Highlight aus Dirlammen: Ein Showballett in fließenden glänzenden gelben Stoffen, Einmarsch unterm fernöstlichen Sonnenschirm, wieder wurde das Publikum voll mitgerissen.
Gesucht wurde auch das Supertalent in einer umwerfenden, selbst inszenierten Schau. Unter dem miesen Denunzierungen eines Dieter Bohlen (Matthias Kreis), dem seichten Geschmuse eines Bruce Darnell (Christian Merschrod) und dem smalligen Talk einer Sylvie van der Vaart (Daniela Ziegenhain) wurden schrille und farblose Sternchen in Spé gleichermaßen ins All geschossen oder in den Boden gestampft. Brillant gemacht ... Nicht lumpen ließ sich der Elferrat und zeigte, dass er rhythmisch mehr als gut drauf ist. Kokosnussschalen und Bananen wippten im Takt, es riss so manchen von den Stühlen. Fröhlich und schwungvoll setzten die Fußballdamen den musikalischen Schlusspunkt, bevor der überschäumende Abschied von einer übermütigen Narrenschar auf der Bühne begann.